Studium.at

Keine Ausbildung, kein Job, keine Schulung: 3400 Jugendliche in Oberösterreich sind ohne Perspektiven

Das Jugendauffangnetz in Oberösterreich weist Risse auf. Besonders trist ist die Situation für jene 3400 Jugendlichen, die ohne Berufsausbildung, ohne Job, ohne Schulung und ohne jegliche Perspektive dastehen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Wir brauchen endlich eine Jugendausbildungsgesellschaft, die alle Aktivitäten zur Ausbildung und Beschäftigung koordiniert."

Die Analyse für Oberösterreich zeichnet ein problematisches Bild: Knapp fünf Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren befanden sich im Jahr 2009 weder in (Aus-)Bildung, noch in Beschäftigung, noch in Schulungen. In absoluten Zahlen waren das rund 3400 Jugendliche - eine seit Jahren relativ stabile Größe, die vermutlich auch für 2011 gilt. "Das bedeutet, dass die bestehenden Instrumente zur Ausbildung und Beschäftigung für bestimmte Jugendliche nicht greifen. Bei dieser Gruppe besteht eine hohe Gefahr, sich auf Dauer nicht in die Gesellschaft integrieren zu können", warnt Kalliauer.

Dazu kommen noch weitere alarmierende Zahlen: 2009 gab es in Oberösterreich mehr als 11.200 20- bis 24-Jährige, die keine Ausbildung über die Pflichtschule hinaus abgeschlossen haben. Das sind 13 Prozent. "Das ist mit Sicherheit nicht die Schuld der betroffenen Jugendlichen. Es ist unser Schul- und Ausbildungssystem, das auch viele Verlierer produziert", kritisiert Kalliauer. Die Konsequenz ist, dass diese jungen Menschen nicht die Qualifikationen mitbringen, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Sie haben ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko, schlechte Einkommenschancen und sind stark armutsgefährdet.

Trotz der Vielzahl an Angeboten und des hohen Mitteleinsatzes bei der Jugendbeschäftigung (2010 betrugen die Gesamtausgaben in Oberösterreich mehr als 90 Millionen Euro) wirken die Maßnahmen langfristig nur begrenzt und es fehlt die Treffsicherheit. Kalliauer: "Wir unterbreiten immer wieder Vorschläge, wie das Ausbildungssystem für unsere Jugendlichen wirksamer gestaltet werden könnte. Leider zeigt die oberösterreichische Landespolitik kaum Bereitschaft, diese Ideen zu berücksichtigen. Auf der Strecke bleiben die Jugendlichen."

Er fordert erneut die Schaffung einer Jugendausbildungsge-sellschaft, die alle Aktivitäten zur Beschäftigung und Ausbildung der Jungen in Oberösterreich bündelt und koordiniert; eine flächendeckende Betreuung von lernschwächeren und benachteiligten Jugendlichen beim Übergang in den Arbeitsmarkt, die bereits in der Schule einsetzt und eine durchgehende Begleitung über einen längeren Zeitraum hinweg sicherstellt; den gezielteren Einsatz von Lehrstellen-Förderungen - die Gelder sollten nicht pauschal, sondern nach qualitätsbezogenen Kriterien, wie Unterstützung für Jugendliche mit Lernschwächen, vergeben werden. (OTS)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Login | Join | Passwort?