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Gemeinsame Ausbildung für alle Pädagogen soll keinesfalls an Unis angesiedelt werden

Geht es nach Wolfgang Weissengruber, Gewerkschaftsvertreter der Lehrenden an den Pädagogischen Hochschulen (PH), sollte die gemeinsame Ausbildung für alle Pädagogen keinesfalls an den Unis angesiedelt werden. Wegen der unterschiedlichen Dienstrechte - Kollektivverträge an den autonomen Unis, Vertragsbediensteten-Gesetz an den vom Bund verwalteten PH - wäre die Folge "eine Zwei-Klassen-Gesellschaft an einer Einrichtung, die nicht gut funktionieren könnte", sagt der Christgewerkschafter zur APA. Sein Wunsch: Die Schaffung von eigenständigen, tertiären Institutionen, vergleichbar den Fachhochschulen, die sich auf die Lehrerausbildung spezialisieren. Nach einem längeren Entwicklungsprozess könnte auch eine Pädagogische Universität herauskommen.

Eine Verlagerung an die Unis, die bisher nur Lehrer für mittlere und höhere Schulen ausbilden, würde aus seiner Sicht dazu führen, dass vor allem im bisher von den PH verantworteten Pflichtschulbereich Praxisnähe verloren geht. "Ich kann Fachwissen nachlesen, aber den richtigen Umgang mit Kindern kann ich nur in der Praxis lernen." Eine Anbindung der PH-Lehrenden an die Unis, etwa im Rahmen neuer Lehrerausbildungsfakultäten, sei derzeit ohnehin nicht möglich. "Da müssten schon jetzt die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden."

Letztendlich entscheidet Politik

Im Endeffekt werde die Frage, an welcher Einrichtung Lehrer ab 2013 ihr Metier lernen, aber ohnehin politisch entschieden, so Weissengruber. "Man kann nur hoffen, dass die Vernunft siegt." Optimistisch stimmt ihn diesbezüglich, dass das Unterrichtsministerium signalisiert habe, mehr Eigenständigkeit auch in der Pflichtschullehrerausbildung zu unterstützen. Die Einschränkung, dass weiterhin Inhalte vom Ministerium mitbestimmt werden sollen, begrüßt er. "Es braucht eine gewisse Steuerung."

Einen ersten Schritt zu mehr Eigenständigkeit machen die PH laut Plan des Unterrichtsministeriums schon 2012: Dann soll nämlich das neue Dienstrecht für die PH-Lehrenden in Kraft treten - auch wenn die Zukunft der Einrichtung angesichts der neuen Lehrer-Ausbildung noch völlig ungewiss ist. Bis Ende August sollen sich Bundeskanzleramt und Gewerkschaft auf einen Entwurf einigen. Der angepeilte Termin dürfte aus Sicht des Gewerkschafters jedoch schwer halten. Wegen der notwendigen umfangreichen Umstellungen beim komplizierten Verwaltungsprogramm PH-Online scheint ihm 2013 realistischer.

Prinzipiell ist er zwar zufrieden mit den dem vorliegenden Entwurf: "Ich sehe es nicht als Verschlechterung, es gibt uns sehr viele Freiheiten." Allerdings spießt es sich noch bei einigen Punkten. Anders als bei den Verhandlungen um das neue Lehrer-Dienstrecht machen weniger Geld- als inhaltliche Fragen Probleme. Immerhin, so Weissengruber, betreffe das PH-Dienstrecht mit 2.000 Personen beim Stammpersonal nur eine relativ kleine Zahl. Zum Vergleich: Das Pflichtschullehrer-Dienstrecht betrifft mehr als 66.000 Personen.

Raus aus "altem Lehrer-Denken"

Am Ende der Verhandlungen soll eine "komplette Umstellung des Dienstrechts" stehen, schildert Weissengruber. Das Ziel: Raus aus dem "alten Lehrer-Denken" mit einer Abrechnung in Werteinheiten und Mehrdienstleistungen hin zu einem sogenannten qualitativen "Jahresmodell", in dem jeder Lehrende mit dem Rektor vereinbart, welches Pensum an Lehre, Studentenbetreuung, Forschung und anderer Arbeiten er im Laufe des Jahres erfüllen soll. Dabei soll u.a. erstmals die Forschung der Lehre nicht mehr untergeordnet sein.

Eine Urabstimmung unter den PH-Lehrenden zum neuen Dienstrecht wird es nicht geben. Immerhin sei die Umstellung von Pädagogischen Akademien auf eine tertiäre Einrichtung schon vier Jahre her und seit damals mussten die PH "mit einem ungeeigneten Dienstrecht herumwursteln", kritisiert Weissengruber. Ob alle PH-Lehrenden automatisch auf das neue Dienstrecht umgestellt werden oder ob es ein Optionsrecht geben soll, ist allerdings noch offen. (APA/red, Bild APA)

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